Unter Fachleuten heiß diskutiert, hat der Nationalrat am 12. Juni 2013, mehrheitlich das Gesellschaftsrechts-Änderungsgesetz verabschiedet, dessen wesentlichster Inhalt wohl die Senkung des Mindestkapitals für GmbHs ab 1. Juli 2013 ist. Änderungen werden sich ergeben in GmbH-Gesetz, Insolvenzordnung, Notariatstarifgesetz und Körperschaftsteuergesetz. Wie diese aussehen, wird nachfolgend kritisch ausgeführt:

Ziel der GmbH-Reform soll – dem internationalen Trend folgend – eine Erleichterung des Zugangs zur Rechtsform der GmbH durch die Herabsetzung des Stammkapitals von bislang € 35.000,00 auf € 10.000,00 sein. Die Anzahl der GmbH-Neugründungen soll somit gesteigert werden. Unverändert bleibt das Erfordernis, die Hälfte des Stammkapitals einzubezahlen€ 5.000,00 sind damit jedenfalls erforderlich.
Als Konsequenz auf die Herabsetzung des Stammkapitals kommt es zu einer Verminderung der Mindestkörperschaftsteuer ab 2014. Diese beträgt grundsätzlich 5% vom Stammkapital – nach der GmbH-Reform somit € 500,00 anstelle von € 1.750,00.
Da die Tarife für Notare und Anwälte mit dem Stammkapital verknüpft sind, wird es auch hier zu Änderungen kommen – die Gründungskosten sollten sich ebenfalls reduzieren.
Ferner erfolgt in Zukunft die Bekanntmachung der im Firmenbuch eingetragenen GmbH nur mehr über die Ediktsdatei und nicht mehr über die Wiener Zeitung, weshalb auch hier Veröffentlichungskosten wegfallen.

Trotz der Absenkung des Mindeststammkapitals und den damit verbundenen Einsparungen bei der Gründung müssen wir jedoch realistisch bleiben und auch Kritik zulassen:
Gläubigerschutzorganisationen weisen nicht zu Unrecht darauf hin, dass es zu einem Seriösitätsverlust kommen könnte, zumal unterkapitalisierte GmbHs eine Gefahr für Gläubiger darstellen. Es ist zu befürchten, dass es nebst erhöhten Gründungen aber auch zu mehr GmbH-Insolvenzen in Zukunft kommen könnte. Ferner könnte damit eine Förderung der Gründung von Betrugs-GmbHs verbunden sein. Als Gegenmaßnahme wäre eine Pflicht zum Ansparen von Gewinnrücklagen statt Ausschüttungen sinnvoll, um Eigenkapital zu bilden – dann wären wir wohl wieder bei der GmbH „alt“!?