Mit 1. Juli 2013 haben wir Kroatien als 28. EU-Mitgliedsstaat willkommen geheißen, nun gilt es diese Neuaufnahme auch in der eigenen Buchhaltung umzusetzen, sofern Geschäftsbeziehungen mit kroatischen Unternehmern bestehen.

Ab 1. Juli 2012 kommt es im Bereich der Umsatzsteuer zu einigen Änderungen. Warenlieferungen und Dienstleistungen von und an kroatische Unternehmen unterliegen dann den Regelungen für innergemeinschaftliche Erwerbe bzw. innergemeinschaftliche Lieferungen. Anpassungserfordernisse ergeben sich vor allem in den Bereichen Rechnungsausstellung, in der Buchhaltung sowie im Meldewesen.

Lieferungen an kroatische Unternehmen mit Versendungen von Österreich oder dem restlichen Gemeinschaftsgebiet nach Kroatien gelten nicht mehr als steuerfreie Ausfuhrlieferung in Drittländer, sondern als innergemeinschaftliche Lieferungen, welche unter gewissen Voraussetzungen ebenfalls steuerfrei sind. Die Rechnung bei innergemeinschaftlichen Lieferungen enthält keine Umsatzsteuer, muss jedoch zusätzlich zu den allgemeinen Rechnungsmerkmalen auch die UID-Nummer des Leistungsempfängers sowie einen Hinweis auf die Steuerfreiheit enthalten. Im Falle einer innergemeinschaftlichen Lieferung müssen die Voraussetzungen der Steuerfreiheit buch- und belegmäßig nachgewiesen werden. Dazu können Sie gerne bei uns ein Merkblatt anfordern.

Für Dienstleistungen an kroatische Unternehmer, die am Empfängerort in Kroatien steuerbar sind, hat die Rechnung neben der UID-Nummer des leistenden Unternehmers und des Leistungsempfängers auch einen Hinweis auf den Übergang der Steuerschuld (Reverse Charge) zu enthalten.

Aufgrund möglicher Verzögerungen bei der Erteilung von UID-Nummern im neuen EU-Mitgliedsstaat Kroatien kann für innergemeinschaftliche Lieferungen nach dem 30.06.2013 und vor dem 1.1.2014 die innergemeinschaftliche Lieferung dennoch als steuerfrei behandelt werden, wenn der Abnehmer dem liefernden Unternehmer schriftlich erklärt, eine UID-Nummer beantragt zu haben und dass die Voraussetzungen für die Erteilung einer UID-Nummer vorliegen.

Unser Tipp: Überprüfen Sie Ihre Buchhaltung auf entsprechende Leistungsbeziehungen, legen Sie gesonderte Erlöskonten an und beachten Sie, dass der korrekte Steuercode hinterlegt ist. Ergänzen Sie in den Kundenstammdaten die UID-Nummer, sodass auch die Zusammenfassende Meldung problemlos erstellt werden kann.