Die Rechnung nimmt eine zentrale Rolle im Umsatzsteuerrecht als Voraussetzung zur Geltendmachung des Vorsteuerabzugs sowie als Dokument zur Abrechnung von erbrachten Leistungen ein. Das Abgabenänderungsgesetz 2012 hat die EU-Rechnungsstellungsrichtlinie umgesetzt, weshalb für Umsätze ab 2013 folgende Neuerungen in Kraft treten:

Elektronische Rechnungen

Der leistende Unternehmer darf eine Rechnung auch elektronisch per E-Mail, als E-Mail-Anhang, PDF, Textdatei, als eingescannte Papierrechnung oder Faxrechnung an den anderen Unternehmer übermitteln. Durften bisher Rechnungen auf elektronischem Weg nur unter Anwendung einer elektronischen Signatur im Sinne des Signaturgesetzes oder im Wege des Elektronischen Datenaustausch-Verfahrens übermittelt werden, so ist ab 2013 lediglich die Zustimmung des Empfängers der Rechnung für deren Übermittlung Voraussetzung. Eine konkludente Zustimmung (tatsächliches Praktizieren) ist ausreichend.

Voraussetzung für den Vorsteuerabzug ist, dass die Echtheit der Herkunft der elektronischen Rechnung (Sicherheit der Identität des Leistungserbringers), die Unversehrtheit des Inhalts und ihre Lesbarkeit gewährleistet sind. Jeder Unternehmer kann das für ihn geeignete Verfahren zur Sicherstellung dieser drei Voraussetzungen frei wählen. Ein innerbetriebliches Steuerungsverfahren ist nötig, um prüfen zu können, ob der Zahlungsanspruch zu Recht besteht (z.B. durch Vergleich des Lieferscheins mit Rechnung bzw. Bestellung).

Neue Frist zur Rechnungsstellung bei grenzüberschreitenden Leistungen

Werden Dienstleistungen erbracht, für die zwingend in einem anderen Mitgliedstaat die Steuerschuld auf den Empfänger übergeht oder steuerfreie innergemeinschaftliche Lieferungen ausgeführt, so ist die Rechnung bis spätestens 15. des Folgemonats auszustellen.

Sonstige Änderungen bei der Rechnungsstellung

Der Hinweis auf den Übergang der Steuerschuld auf den Leistungsempfänger muss künftig „Steuerschuldnerschaft des Leistungsempfängers“ lauten.